Notdienst – Änderung der Berufsordnung verabschiedet

23.11.2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auf der Delegiertenversammlung (15.-16.11.2021) verabschiedeten die Delegierten der LTK Hessen einstimmig Änderungen der Berufsordnung, die insbesondere den Notdienst betreffen. Den vollständigen Text finden Sie hier (Nr. 2).

Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde werden diese nach Veröffentlichung im Deutschen Tierärzteblatt voraussichtlich Anfang 2022 in Kraft treten.

Die wesentlichen Neuerungen sind die folgenden:

  • Die Beteiligung am Notdienst muss durch verbindliche, schriftliche Übereinkunft mit Nachbarpraxen/Tierärztlichen Kliniken geregelt und auf Nachfrage der Kammer nachgewiesen werden.
  • Patientenbesitzer sind über den diensthabenden Tierarzt tagesaktuell durch Aushang am Praxiseingang zu informieren. Darüber hinaus muss diese Information telefonisch und – soweit möglich – in anderen geeigneten Medien, wie Praxis-Homepage, lokale Zeitung, abrufbar sein. Die Kammer wird auf ihrer Homepage auch einen "Notdienstkalender" zum Selbsteintrag etablieren.
  • Soweit landwirtschaftliche Nutztiere behandelt werden, beschränkt sich die Notdienst-Verpflichtung auf die eigene Klientel.
  • Bei Kleintieren wurde die Beschränkung auf die Notversorgung der eigenen Klientel aufgehoben.


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie schon des Öfteren kommuniziert: Der Notdienst ist nicht freiwillig, sondern verpflichtend. § 23 des Hessischen Heilberufsgesetzes besagt: "Die Kammerangehörigen, die ihren Beruf ausüben, haben insbesondere die Pflicht, … soweit sie als Berufsangehörige … in eigener Praxis tätig sind, am Notfalldienst teilzunehmen …".

Freiwillig ist zurzeit (noch) die Selbstorganisation des Notdienstes. Keiner erwartet, dass eine Praxis einen "24 h/ 7 d /365 d"-Notdienst anbietet. Falls der Notdienstverpflichtung nicht persönlich nachgekommen werden kann (z. B. gesundheitliche oder familiäre Situation) besteht die Verpflichtung, eine Vertretung zu organisieren. Die Selbstorganisation in Notdienstringen ist bislang ein probates Mittel, die Arbeitsbelastung auf viele Schultern zu verteilen. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die Notdienstringe organisieren. Schließen Sie sich diesen bereits bestehenden Ringen an. Andernfalls werden wir die (kostenpflichtige) Organisation übernehmen müssen.

Dr. Ingo Stammberger
Präsident der Landestierärztekammer Hessen


25.08.2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Thema „Wochenend-, Nacht- und Notdienst“ ist wieder in den Vordergrund getreten. Uns erreichen Hilferufe von Kliniken und Praxen, die kurz vor dem Kollaps stehen. In der Regel wurden und werden „rund-um-die-Uhr“-Notdienste von Tierärztlichen Kliniken abgedeckt. Doch immer mehr Kliniken gaben und geben ihren Klinikstatus ab und sind damit nicht mehr verpflichtet, rund um die Uhr 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr zur Verfügung zu stehen.

Keiner erwartet, dass eine Praxis einen „rund-um-die-Uhr“-Notdienst anbietet. Die Selbstorganisation in Notdienstringen war bislang ein probates Mittel, die Arbeitsbelastung auf viele Schultern zu verteilen. Doch Praxen, die bislang gut funktionierenden Notdienstringen angeschlossen sind, klagen zunehmend über das unkollegiale Verhalten von „Kollegen“, die sich ihrem Notdienst verweigern.

Dabei sind die gesetzlichen und berufsrechtlichen Vorgaben eindeutig. Der Notdienst ist nicht freiwillig, sondern verpflichtend. Man kann sich nicht davon „abmelden“! § 23 des Hessischen Heilberufsgesetzes besagt: „Die Kammerangehörigen, die ihren Beruf ausüben, haben insbesondere die Pflicht, … soweit sie als Berufsangehörige … in eigener Praxis tätig sind, am Notfalldienst teilzunehmen …“.

Vorschläge, die Berufsordnung der LTK Hessen entsprechend zu verschärfen, werden der nächsten Delegiertenversammlung zum Beschluss vorgelegt. Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Delegierten muss die Beteiligung am Notdienst dann durch verbindliche, schriftliche Übereinkunft mit Nachbarpraxen/Tierärztlichen Kliniken nachgewiesen werden. Patientenbesitzer sind über den diensthabenden Tierarzt tagesaktuell für die Kammer nachprüfbar zu informieren. Wird durch kollegiale Übereinkunft keine befriedigende Lösung erreicht, wird die Kammer Notdienstringe einteilen. Einschlägige Gerichtsurteile aus anderen Bundesländern bestätigen die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens.
 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich appelliere an Ihr Verantwortungsbewusstsein Ihren Patienten gegenüber. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die Notdienstringe organisieren. Schließen Sie sich diesen bereits bestehenden Ringen an. Andernfalls werden wir die Organisation übernehmen müssen.

Dr. Ingo Stammberger
Präsident der Landestierärztekammer Hessen


Online-Anmeldung für Fortbildungen der LTK Hessen

01.12.2021
Aktualisierung der Fachkunde für Tierärzte gem. StrlSchV (Röntgen und CT).
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08.12.2021
Aktualisierung der Fachkunde für Tierärzte gem. StrlSchV (Röntgen und CT).
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Qualzucht - Nicht süß, sondern gequält

Flyer der Bundestierärztekammer zur Aufklärung über Qualzucht bei Hunden und Katzen

"Nicht süß, sondern gequält" - extreme Kurzköpfigkeit bei Hunden

"Kulleraugen und Faltohren" - Qualzucht bei Katzen


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