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08.09.2026

Tierärztetag West erneut in Dortmund durchgeführt


Vom 4. bis zum 6. September 2026  fand im Kongresszentrum Dortmund nach 2024 zum zweiten Mal der "Tierärztetag West – Der Kammerkongress" statt. Etwa 600 Tierärztinnen und Tierärzte aus ganz Deutschland nahmen an der Veranstaltung teil, die von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) mit Sitz in Gießen unter fachlicher Mitkoordination der Tierärztekammern Nordrhein, Westfalen-Lippe, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland durchgeführt wurde. Das Leitthema lautete in diesem Jahr "Ethik versus Maximalversorgung: Gibt es Grenzen für die Veterinärmedizin?"

Karl-Andreas Bulgrin, Präsident der Tierärztekammer Nordrhein, eröffnete zusammen mit den Präsidentinnen und Präsidenten der beteiligten Kammern den Tierärztetag und begrüßte die Teilnehmenden. Er zeigte die vielfältigen Aufgaben der Tierärztekammern als Körperschaften des öffentlichen Rechts auf und stellte fest: "Selbstbestimmt ist besser als fremdbestimmt". Prof. Dr. Sabine Tacke, Präsidentin der Landestierärztekammer Hessen, ging auf die viel diskutierte Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ein, die derzeit evaluiert wird, und hob das Engagement der Kammern für den Erhalt der GOT hervor.

Zur besonderen Freude der beteiligten Tierärztekammern hatte Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, die Schirmherrschaft für den Tierärztetag übernommen. "Dass der diesjährige Tierärztekongress in Dortmund dem Spannungsfeld von 'Ethik versus Maximalversorgung' nachgeht, zeigt die hohe Verantwortung der Veterinärmedizin. Mein besonderer Dank gilt allen Veterinärinnen und Veterinären für ihren unermüdlichen Einsatz für die Tiergesundheit und den Tierschutz, ob in der Praxis, den Behörden oder auch der Industrie und Forschung. Ihre tagtägliche Expertise und Ihr Engagement für das Tierwohl sind beeindruckend!" so die Ministerin in ihrem Grußwort.

Auch der Präsident der Bundestierärztekammer, Dr. Holger Vogel, begrüßte die Anwesenden auf dem Tierärztetag, der mit der DVG als Veranstalter eine ideale Plattform für Wissenschaft und deren Umsetzung in die Praxis biete.

DVG-Präsident Prof. Martin Kramer und Benjamin Rink, B.A. und Head of Event Management bei der DVG, warfen sich dann in einem Warm-up die Bälle zu, dankten allen Beteiligten sowie insbesondere den Industriepartnern und stellten das Organisationsteam in kurzen Videos vor – um einen Blick darauf zu werfen, was in der Kongressorganisation "hinter den Kulissen" passiert.

Erstmalig war die Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen Bildungspartner einer Veranstaltung der DVG. Die vorerst für den Tierärztetag West vereinbarte Kooperation wurde von Prof. Dr. Dr. Stefan Arnhold, Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin der JLU, vorgestellt. Er führte an, dass damit in den herausfordernden Zeiten des Mangels an Fachkräften ebenso wie an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern ein klares Signal für Lehre, Forschung und Fortbildung gesetzt werde.

Nach zwei spannenden und inspirierenden Keynote Lectures von Prof. Dr. Michaele Alef ("Leitlinien: Stolz und Vorurteil oder Verstand und Gefühl?") sowie dem Philosophen Dr. Christian Dürnberger ("Ethik in der Veterinärmedizin: Über Rollenkonflikte, Idealismus und Pragmatismus") endete die Eröffnungsveranstaltung mit einer souverän von Dr. Kai Kreling moderierten Podiumsdiskussion zu "Fluch oder Segen" der Leitlinien in der Veterinärmedizin.

Das Vortragsprogramm mit parallel laufenden Fachprogrammen zu Kleintieren, Nutztieren, Pferden sowie zur Tätigkeit im Öffentlichen Dienst griff aktuelle Themen und neue Entwicklungen sowie auch in mehreren Präsentationen das Leitthema des Tierärztetages auf.

Hochaktuell war der Vortrag zum neu eingeschleppten, europäischen Shamonda-Virus (SHAV) von PD Dr. Kerstin Wernike vom Friedrich-Loeffler-Institut, den die DVG noch kurzfristig organisieren konnte. Nach dem Nachweis des Virus bei Rind, Pferd, Schaf und Ziege in Deutschland weisen neueste Untersuchungsergebnisse inzwischen auf ein zweites Einschleppungs- und Ausbreitungsereignis in Deutschland hin. Unbekannt ist derzeit noch das genaue Wirtsspektrum der neuen Variante, die bislang bei Rindern nachgewiesen wurde.

In vertiefenden Seminaren konnten sich die Teilnehmenden intensiv u. a. mit verhaltensmedizinischen Fragen beim Hund, einem RECOVER Rescuer Workshop, der Erneuerung der Röntgen-Fachkunde sowie Hühnern als Haustieren befassen. Für Tiermedizinische Fachangestellte wurden ein Vortragsprogramm sowie ein Strahlenschutzseminar angeboten.

In der innovativen Industrieausstellung, die sich über zwei Stockwerke erstreckte, hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich über neue sowie bewährte Produkte und Dienstleistungen für die Praxis zu informieren.

Quelle: Pressemitteilung der DVG vom 08.09.2026